Kleider machen (junge) Leute

Klamotten auf Bestellung

"Was die Kleidung betrifft, sehen Jugendliche oft ziemlich ähnlich aus. Man kann sie in vier Gruppen einteilen: Die "teuren Prolls" tragen teure Marken wie Gucci, Dolce & Gabbana, Prada, Versace oder Armani. Die Lieblingslabels der "Prolls" sind Fila, Nike, Adidas, Miss Sixty und Picaldi. "Die Billigen" bevorzugen meist die Marken Buffalo, Orsay, Pimkie, H&M und Mango. Und dann sind da die "No-Name"-Träger, die ihre Kleidung secondhand kaufen oder weniger bekannte Labels tragen.1

Das meiste Geld geben Jugendliche für Kleidung aus 2. Sehr beliebt ist auch der Versandhandel – dort kannst du (Marken)kleidung sogar rund um die Uhr bestellen. Die Klamotten werden umgehend geliefert und du bezahlst erst

später. Die Auswahl an Anbietern ist groß. Angefangen vom Spezialversendern bis hin zu den großen Versandhäusern, bei denen Topmodels wie Claudia, Heidi, Gisèle und Eva das Cover der Kataloge zieren - und für die Moderatoren wie Günter Jauch und Thomas Gottschalk Werbung machen.

Laut eigenen Aussagen des Versandhandels sind 53 Prozent der Bestellenden von Versandhäusern 18 bis 29 Jahre alt. Besonders beliebt bei dieser Altersgruppe ist das Bestellen per Internet.3 Bestätigt wird das von einer Umfrage einer Berufsschule4 bei der die befragten 16- bis 26-Jährigen angaben, dass sie beim Versandhandel überwiegend Kleidung bestellen5, weit abgeschlagenen folgen erst Elektroartikel.

Die SCHUFA und der Versandhandel

Die Otto-Gruppe hat 1950 als erster Versandhändler den Kauf auf Rechnung eingeführt. Auch hier gilt: Leistung vor Zahlung. Doch Gelegenheit macht Diebe: Die Polizei registrierte im Jahr 2003 bei Käufen und Verkäufen via Internet gut 226.000 Fälle, in denen das Gelieferte nicht wie besprochen bezahlt, oder auch manchmal das Bezahlte nicht geliefert wurde.

Alle großen Versandhäuser bieten Kauf auf Rechnung oder auf Raten an. Eine Informationsanfrage des Versandhandelsunternehmens bei der SCHUFA zeigt, ob ein Käufer in der Vergangenheit dem Vertrauen eines Versandhändlers gerecht wurde. Ferner wird der Versandhändler darüber informiert, ob Zahlungsstörungen aus dieser oder anderen Branchen vorliegen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger! In den meisten Fällen trifft die Bestellung schon innerhalb weniger Tage ein und kann bequem per Rechnung bezahlt werden.

Tipps zum Bestellen im Versandhandel:

Wenn’s nicht gefällt, ist Rückgabe erlaubt: Für den Kauf beim Versandhandel gelten zunächst die gleichen Regeln wie beim Kauf im Warenhaus und im Laden um die Ecke. Zusätzlich gibt es Vorschriften, die erforderlich sind, weil sich Verkäufer und Käufer nicht persönlich gegenüberstehen. Deshalb hast du ein so genanntes gesetzliches Widerrufsrecht. Praktisch bedeutet das, dass dir der Versandhandel gestattet, Waren wieder zurückzugeben. Diese Rückgabe musst du nicht begründen. Es gilt eine Frist von zwei Wochen, die frühestens mit dem Zugang der Ware beginnt. Um die Frist einzuhalten, genügt die rechtzeitige Rücksendung an das Versandhaus. Die Kosten der Rücksendung (Porto, Verpackung) muss der Versandhändler tragen.

Bei einem Warenwert bis zu 40 Euro kann der Vertrag eine Bestimmung enthalten, nach der du die Kosten einer Rücksendung selbst zahlen musst. Das gilt natürlich nur dann, wenn die bestellte Ware geliefert wurde. Ist etwas Falsches geliefert worden oder hat der Versandhändler ein Rückgaberecht zugesichert, zahlt in jedem Fall der Versandhändler die Kosten der Rücksendung.

Den Kauf auf Raten gibt’s nicht umsonst

Da du nicht direkt zahlst, gewährt dir der Versandhändler einen Kredit. Das heißt, dass du für diesen Kredit auch Zinsen zahlen musst. Rechne also vorher genau nach, ob es sich nicht doch lohnt, direkt den gesamten Kaufpreis auf einmal zu zahlen.

1 Quelle: Mareike S. Pleger, Karla Fach und Luisa K. Maaß, Klasse 8, Schadow-Gymnasium, Zehlendorf in ‚Schüler machen Zeitung’ in der Berliner Morgenpost 2005.

2 2.534 Millionen Euro laut Bravo Faktor Märke Geld & Finanzen – Trend Tracking Kids 2004

3 Pressemitteilung des Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V.; 2005

4 Im Rahmen einer Förderung des Europäischen Sozialfonds wurden 850 Berufsschüler der BBS Lingen von ihren Mitschülern befragt.

5 47 Prozent Kleidung, 14 Prozent Elekroartikel, 12 Prozent Kosmetik, 9 Prozent Bücher, 7 Prozent Schmuck

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